Körperliche Arbeit mit TEP

Einem unserer Leser wurde wohl nahe gelegt, mit einem künstlichen Hüftgelenk keiner schweren körperlichen Arbeit mehr nachzugehen, sich vielmehr umschulen zu lassen. Daraufhin habe ich ihn auf Alfred Ploch, 67, in unserem Buch „Mut zur neuen Hüfte!“, S. 154 ff, hingewiesen. Alfred hat eine Blockhaus-Firma und steht selbst noch hämmernd auf seinen Baustellen – und das mit zwei künstlichen Hüftgelenken, die er bereits 1990 und 1998 bekommen hat! Zehn Jahre nach der zweiten Hüft-OP ist er sogar von der Leiter gestürzt. Dabei hat er sich die Schulter verletzt, aber die Hüften sind heil geblieben. Er lässt sie zur Kontrolle auch jedes Jahr röntgen.

Eine Leserin wollte wissen, wann sie wieder Gartenarbeit verrichten, den Wäschekorb oder das Enkelkind tragen kann. Dazu sagt mein Operateur Dr. Jürgen Radke, der ja leider nicht mehr operiert, Folgendes:

„Das Heben und Tragen von schweren Gegenständen, Gartenarbeiten, Arbeiten in gebückter Stellung und das Heben des berühmten Bierkastens würde ich an den gleichen Bedingungen festmachen wie ich sie bei der Frage, wann ist Sex wieder möglich, beantwortet habe. An die Grenzen der Belastung muss man sich heran tasten, um dann dort zu landen wo man vor Beginn der Hüftschmerzen war. Schließlich werden die Grenzen körperlicher Leistungen nicht nur durch das Hüftgelenk bestimmt.“

Und hier noch eine zweite Meinung vom Facharzt für Orthopädie Dr. Christian Carl, Orthopädische Gemeinschaftspraxis München-Pasing. Er operiert in der Sana-Klinik München-Solln oder im Klinikum München-Pasing und schreibt Folgendes:

  1. Stationärer Aufenthalt ca 7-10 Tage bei regelhaftem und unkompliziertem Verlauf – REHA (stationär oder auch ambulant 3-4 Wochen), Alltagsbelastungen dann möglich
  2. höhere körperliche Belastungen (Gartenarbeit / tragende Tätigkeiten) je nach Verlauf und Konstitution nach ca. 12 Wochen
  3. nach ca. 12 Wo auch Sport (Jogging, Radfahren, Golf, Wandern, Schwimmen) möglich
  4. höhere sportliche Beanspruchungen ab 6 Monate postoperativ
  5. Unterschiede – wissenschaftlich bewiesen – zwischen Lang-/Kurzschaftprothesen sind zur Zeit nicht bekannt

 

 

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