Tag Archiv für endogap

Klinikzertifizierungen – EPZ, EPZMax, endoCert, KTQ, ISO und Co

Neben den für alle Kliniken in Deutschland verpflichtenden Qualitätsberichten, die öffentlich einsehbar und gleichzeitig für die meisten Patienten schwer zu lesen sind, werben alle Einrichtungen mit zusätzlichen Gütesiegeln (Zertifikaten) auf ihrem Webseiten. Einige Krankenhaus präsentieren 30-40 verschiedene Gütesiegel. Doch welche sagen tatsächlich etwas über die Qualität der medizinischen Leistungen aus? Wer vergibt diese Siegel (private Unternehmen, Lobby-Organisationen, Krankenkassen oder staatliche Stellen)?

Zunächst muss man unterscheiden zwischen Zertifizierungen, die sich rein auf organisatorische Abläufe und Prozesse beziehen und solchen, die bestimmte Versorgungsarten bewerten.

Zu den Siegeln, die die Organisation, Prozesse und das Risikomanagement bewerten gehören beispielsweise KTQ, Prcumcert und ISO 9001, um nur drei zu nennen.

Die Anzahl der Siegel, die im weitesten Sinn medizinische Leistungen verschiedener Fachrichtungen zertifizieren, sind kaum überschaubar. Nachfolgende eine kleine Auswahl:
– WHO-Zertifikat: Babyfreundliches Krankenhaus
– Bundesverband Geriatrie: Qualitätssiegel Geriatrie
– TÜV Zertifikat Akutschmerztherapie
– Alterstraumazentrum DGU
– Deutsche Gesellschaft für Interventionelle Radiologie und minimal-invasive Therapie.
Dazu kommen dann noch mehr oder weniger sinnvolle Auszeichnungen wie z.B.: Zertifiziertes Singendes Krankenhaus, ganz zu schweigen von den Gütesiegeln der Zeitschrift Focus die jährlich für alle Fachbereiche vergeben werden, aber leider nicht kostenlos verfügbar sind.

Im Bereich der Endoprothetik (Gelenkersatz) gibt es aktuell allerdings aus meiner Sicht nur ein wichtiges Zertifikat, welches die endoCert vergibt, nämlich EPZ und EPZMax. Eine Liste der zertifizierten Endoprothetikzentren (EPZ) gibt es hier.
Die Zertifizierungs-Kriterien findet man in einen versteckten Download-Hinweis auf das Gesamt-Werk Zertifizierung von Endoprothetischen Versorgungszentren in Deutschland, welches kostenlos als eBook erhältlich ist. In Kurzfassung sind diese Kriterien auch auf der Medführer-Webseite zu finden.
Zusammengefasst geht es dabei um die Mindestanzahl von Operationen je Hauptoperateur und die Anzahl von Revision-OPs, die neben weiteren Kriterien für die Erlangung der Zertifizierung notwendig sind.

Umso verwunderlicher ist es allerdings, dass z.B. die HELIOS ENDO-Klinik Hamburg, die in Deutschland mit weitem Abstand die meisten Gelenkersatz-Operationen – nämlich rund 7000 – durchführt, das Zertifikat EPZMax (EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung) nicht besitzt. Um das zu verstehen, haben wir den den Chefarzt und Ärztlichen Direktor der Gelenkchirurgie, Prof. Dr. Thorsten Gehrke, gefragt.

Nachfolgend seine ungekürzte Antwort auf die Frage, warum die ENDO-Klinik keine EPZMax-Zertifizierung besitzt:
„Bzgl. der EPZMax Zertifizierung und auch der Endocert Problematik haben wir eine recht klare Position, die im Übrigen auch von allen anderen akzeptiert wird. Hier in der ENDO-Klinik sind unsere Prozesse – und das wissen wir aus den Erfahrungen der anderen Häuser – bereits seit Jahren optimiert und in jeder Hinsicht wohl geordnet.
Dies spiegelt sich sowohl in den Patientenbewertungen als auch in den objektiven Krankenkassenbewertungen wieder, so dass wir auch ohne Zertifizierung eine herausragende Ergebnisqualität erreichen.

Im Übrigen geht es bei der Zertifizierung auch gar nicht um die Ergebnisqualität sondern nur um die sogenannte Prozessqualität, die aus meiner Sicht zunächst einmal nichts mit guten oder schlechten Ergebnissen zu tun hat. In der internationalen Literatur wird zudem sehr klar und deutlich immer wieder berichtet, dass die Ergebnisse nach Endoprothetik in aller erster Linie von dem sogenannten Volume abhängig sind und hier die sogenannten High Volume Kliniken, den sogenannten Kliniken, die nur niedrige Zahlen operieren (trotz Zertifizierung) haushoch überlegen sind. Die im Zertifizierungsprozess gefordert 100 Operationen pro Hauptoperateur erreichen hier selbst unsere Jungoberärzte und Fachärzte. Ich selbst operiere mittlerweile zwischen 550 und 600 endoprothetische Eingriffe.

Einmal abgesehen von unserem Hause halte ich es jedoch trotzdem für gut und richtig, wenn Sie einem Patienten bei der Entscheidungsfindung empfehlen – zumindest solange die übrigen Parameter vergleichbar sind – ein zertifiziertes Haus aufzusuchen.“

FAZIT: Trotz eines nahezu undurchschaubaren Dickichts an unterschiedlichen Gütesiegeln, bleibt im Bereich des Gelenkersatzes das Zertifikat EPZ (EndoProthetikZentrum), respektive EPZMax (EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung) ein wichtiges Kriterium, wenn auch nicht das einzige!
Vorbildlich und einfach für den Patienten – ohne sich durch die Qualitätsberichte durchzuwühlen – ist übrigens die Darstellung der wichtigsten Qualitäts-Kennzahlen für Hüft- und Kniegelenksersatz auf der Seite der endogap – Klinik für Gelenkersatz. Daran könnten sich andere Kliniken durchaus ein Beispiel nehmen.

TEPFIT, optimistisch, sportlich und mit YouTube-Kanal ins Jahr 2017 starten

Ein weltpolitisch sehr bewegendes Jahr geht – man ist fast geneigt zu sagen: ‚endlich‘ – zu Ende. Es bleibt die Hoffnung, dass es in USA, der Türkei, in Syrien, in Russland und auch bei uns 2017 besser wird oder zumindest nicht ganz so schlimm kommt, wie es einige Pessimisten in Bezug auf den weiteren Rechtsruck in Europa, den Terrorismus oder der politischen Luftnummer bei unseren amerikanischen ‚Noch-Freunden‘ erwarten.

Unsere ‚Mut zur neuen Hüfte!‘ und ‚Mit zum neuen Knie!‘ Bilanz hat diesem Negativ-Trend allerdings bravourös entgegen gewirkt. Wir blicken sowohl was unsere Buch-Erfolge, als auch unsere permanent wachsende TEPFIT-Gruppe anbetrifft, auf ein erfolgreiches Jahr 2016 zurück.

Begrüssung der TEPFIT-Teilnehmer und Referenten durch Heidi Rauch und Peter Herrchen – Foto: Barbara Egger – www.tirolturtle.at

Ein Höhepunkt war sicherlich unser TEPFIT-Treffen in November in Erding mit Teilnehmern aus ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich, sowie hochkarätigen Referenten.

Heidi und mich haben auch 2016 wieder persönlich viele Mails, FB-Nachrichten und Anrufe von Betroffenen erreicht, die wir alle gerne, soweit es unsere Zeit erlaubt hat, beantwortet haben.
Neben den bereits bekannten Kommunikations-Kanälen wie Facebook, unseren Webseiten und unseren Blogs, haben wir jetzt noch einen eigenen YouTube-Kanal aus der Taufe gehoben. Als ‚Erstbestückung‘ sind zunächst drei Videos des oben erwähnten TEPFIT-Treffens, darunter auch der sehr interessante und kurzweilige Vortrag von Dr. Christian Fulghum, Chefarzt der endogap – Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen, zu finden. Weitere Videos werden folgen. Am besten den Kanal einfach abonnieren, um nichts zu verpassen.

Für 2017 freuen wir uns darauf, unsere TEPFIT-, Hüft- und Knie-Gemeinde weiter sukzessive zu vergrößern und dem einen oder anderen Mut zu einer eventuell bevorstehenden OP zu machen. Unsere allmählich zur Neige gehende Erstauflage des Buches ‚Mut zur neuen Hüfte!‘ verlangt nach Erneuerung. Dem werden wir uns im kommenden Jahr ebenfalls widmen.

Allen treuen Lesern unserer Bücher und unserer sonstigen medialen Artikel und Präsenzen danken wir recht herzlich und wünschen allen ein bewegtes und schmerzfreies Jahr 2017.

Von der TEPFIT-Facebook-Gruppe zum realen Treffen

Gruppe von oben

Geschaffte aber zufriedene Teilnehmer im Rittersaal des Schoß Aufhausen nach ihrem Faszientraining

Nachbericht zum 1. TEPFIT-Gesundheitsworkshop mit 40 künstlichen Hüften auf Schloss Aufhausen bei Erding

Direkter und umfangreicher geht Patientenaustausch zum Thema künstliches Hüft- und Kniegelenk kaum: Die weit über 1.000 Mitglieder der geschlossenen TEPFIT-Facebook-Gruppe helfen sich als Direkt-Betroffene zu jeder Tages- und Nachtzeit gegenseitig. Mit ihren Tipps und Erfahrungen sind sie längst ein wichtiger Ratgeber-Faktor vor und nach der Hüft- oder Knie-OP geworden.

Dr. Christian Fulghum

Dr. Christian Fulghum lässt keine Fragen unbeantwortet!

Was liegt da näher, als dem Wunsch nach einem realen Treffen nachzukommen: 27 Teilnehmer mit geschätzten 40 künstlichen Hüften reisten dann auch zum 1. TEPFIT-Gesundheitsworkshop am 19. November 2016 auf Schloss Aufhausen bei Erding, wo ein abwechslungsreiches Programm ihnen viele nützliche Erkenntnisse lieferte.

Zwei Teilnehmern steht die Hüft-OP (möglicherweise) noch bevor, die anderen genießen längst ihre schmerzfreie Beweglichkeit und ihre wiedergewonnene Lebensqualität. Insgesamt sind alle achtsamer mit ihrem Körper geworden und lauschten dementsprechend fasziniert den Ausführungen von Dr. Christian Fulghum, Chefarzt der endogap-Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen, u. a. zur Haltbarkeit der verschiedenen Modelle (u. a. Kurz- und Langschaft) und zur Praktikabilität der unterschiedlichen OP-Techniken (Stichwort: Amis-Methode).

Geduldig beantwortete er Fragen und zollte der Facebook-Gruppe höchstes Lob: „Manchmal möchte ich gerade einen Kommentar zu einer Frage eingeben, da hat schon jemand kompetent geantwortet, so dass sich das von selbst erledigt. Vorbildlich!“

Cross Shaping, Alexander-Technik und Fascial Training

Dr. Kaupe und sein 'Alexander'

Dr. Kaupe und sein ‚Alexander‘

Der zweite Referent Dr. Georg Kaupe, Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin aus Bonn, hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für gesunde Ernährung und tägliche Bewegung. Nach dem Motto des Tages „Fit mit künstlichen Gelenken“ probierten die Teilnehmer denn auch gleich seine Erfindung, den Cross Shaper, aus – ein effektives und gelenkschonendes Ganzkörper-Outdoor-Training.

Etwas ruhiger ging es dann bei der Demonstration der leider eher
unbekannten Alexander-Technik zu, deren Ziel es ist, Achtsamkeit für die körperliche Balance bei Alltagsbewegungen zu schulen. Die Münchner Alexander Technik-Lehrerin Monika Krämer zeigte u. a. „richtiges“ Sitzen, Hinsetzen und Aufstehen. Verblüffende Erkenntnis: Man bemüht eigentlich immer zu viele und oft die falschen Muskeln!

Andreas Hiemeyer

Andreas Hiemeyer lagen alle zu Füßen

Zum Schluss forderte der 26-jährige Münchner Fascial Trainer Andreas Hiemeyer noch einmal die Beweglichkeit der Teilnehmer: Auf Yoga-Matten wurden die Muskeln und Faszien aktiviert und gedehnt – mit Hilfe von Blackroll, Mini-Roll, Rubber Band und/oder Golfball! Da waren etliche Ächz- und Stöhnlaute zu hören, und einige merkten, dass sie durchaus noch mehr tun können für ihre Beweglichkeit.

Fazit der Gruppe: Es war ein toller und erfrischender Austausch, der unbedingt wiederholt werden sollte! Beim Rahmenprogramm am Vorabend und bei den gemeinsamen Essen blieb auch jede Menge Zeit für einen ganz persönlichen Gedanken- und Erfahrungsaustausch.

TEPFIT-Admins

Admins der TEPFIT-Facebook-Gruppe: Therese Schreiber, Peter Herrchen und Ulrike Steyer (v.l.n.r)

Stellvertretend für alle hier das Lob von Susanne S.: „Es war sehr schön, informativ, nett, herzlich und noch gaaanz viel mehr. Ich möchte ja keinen unter Druck setzen, aber ich freu mich schon auf das nächste Treffen.“

Die Organisatoren des Treffens, Heidi Rauch und Peter Herrchen, Autoren der Mutmach-Ratgeber „Mut zur neuen Hüfte!“ und Mut zum neuen Knie!“ziehen zusammen mit den
engagierten Facebook-Administratoren Ulrike Steyer und Therese Schreiber aus der Schweiz ein durchweg positives Feedback: „Ein Operateur zum Anfassen wie Dr. Fulghum, ein kompetenter Sport-Orthopäde, eine einfühlsame Bewegungsspezialistin, ein mitreißender Personal Trainer und 27 zufriedene Teilnehmer – das beglückt und motiviert uns für weitere Aktivitäten!“

Augen auf beim TEP-Kauf!

So oder so ähnlich müsste der Slogan für Patienten lauten, die vor einer Knie- oder Hüft-TEP stehen. Im meinem Blog Endoprothese und Sport habe ich vor Kurzem auf einen Artikel aus der Ärztezeitung hingewiesen, indem berichtet wurde, dass bestimmte Qualitätsindikatoren gerade im Bereich Endoprothetik ‚als nicht zur Veröffentlichung empfohlen‘ aus den Qualitätsberichten heraus genommen wurden. Wer sich zusätzlich die Mühe macht, das ebenfalls im Artikel hinterlegte 508-seitige Dokument ‚Regelungen zum Qualitätsbericht der Krankenhäuser, Qb-R‘ zu durchforsten, findet dann ab Seite 486 die Qualitätsmerkmale, die der Öffentlichkeit und damit uns Betroffenen vorenthalten werden sollen. Darunter finden sich z.B. solch hochinteressante Indikatoren wie
– Gehunfähigkeit bei Entlassung
– Gefäßläsion / Nervenschaden
– Wundhämatome / Nachblutungen
– Fraktur
um nur einige der knapp 40 zu nennen, die nicht veröffentlicht werden sollen.

Dies fand nicht nur ich einigermaßen unverständlich, um nicht zu sagen skandalös im Sinne der Patienten, auch die Reaktionen auf meine Veröffentlichung waren entsprechend heftig. Da mir nicht klar war, ob diese Indikatoren überhaupt nicht mehr erfasst werden oder eben nur nicht mehr veröffentlicht werden müssen, habe ich den Chefarzt der endogap – Klinik für Gelenkersatz, Dr. Christian Fulghum angeschrieben und dazu befragt. Nachfolgend meine Frage und seine ungekürzte Antwort:

Lieber Herr Dr. Fulghum,
vielleicht haben Sie meinen beiliegenden Blog-Artikel gelesen, bzw. wussten das schon lange vor mir.
Mich würde dabei nur eines interessieren:
Bedeutet das Weglassen der Indikatoren für die Veröffentlichung nur, dass diese eben nicht mehr für uns ‚Normalos’ zugänglich sind, oder heißt das sogar, dass diese von den Kliniken nicht mehr erfasst werden müssen?
Und wenn diese weiterhin erfasst werden müssen, steht es den Kliniken dann frei, diese Qualitätskriterien trotzdem zu veröffentlichen oder ist das sogar verboten?
Danke für eine gelegentliche Aufklärung, die ich dann mit Ihrer Erlaubnis auch auf meinen öffentlichen Kanälen so weitergeben würde.

Lieber Herr Herrchen,
die angegebenen Indikatoren werden weiterhin erfasst, eine Veröffentlichung ist erlaubt, aber nicht vorgeschrieben. D.h. „gute“ Kliniken werden sie sicher weiter, wenn auch vielleicht nicht im Rahmen der genormten Qualitätsberichte, veröffentlichen. Gerade Gefäß/Nervenschaden, Fraktur und Hämatome/Nachblutung sind doch wirklich interessante Kriterien. Also am besten einfach auf den Webseiten nachschauen, was die Kliniken freiwillig veröffentlichen. Auch das sagt ja schon etwas aus ….
Beste Grüße
Dr. Christian Fulghum

Ich möchte alle Betroffenen intensiv ermuntern, genau nach diesen  ‚geheimen‘ Indikatoren zu fragen und bei unbefriedigenden oder ausbleibenden Antworten, die betreffenden Kliniken zu meiden. Bleiben Sie immer gut informiert und lassen Sie sich nicht von Ärzten bei für Sie (lebens)wichtigen Fragen abspeisen.

Facebook Experiment TEPFIT, junge Patienten und Haltbarkeit von Implantaten

Vor zwei Monaten wurde die geschlossene Facebook-Gruppe TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie) ins Leben gerufen. Anders als in Blogs oder auf WEB-Seiten wie diese, wollten wir noch enger in den Dialog mit Betroffenen treten. Mit dem Wissen, dass es viele Vorbehalte gegen Facebook gibt und die Zielgruppe vermutlich eher jüngeren Alters ist, wurde dieses dennoch Experiment gestartet. Die Administratoren dieser Gruppe (Ulrike Steyer und Peter Herrchen) haben sich zudem zum Ziel gesetzt, diese Gruppe aktiv zu begleiten, zu moderieren und unseriöse oder unsinnige Beiträge ggf. zu löschen. Diese Praxis wird in der TEPFIT-Gruppenbeschreibung auch offen kommuniziert. Wirklich überrascht hat uns der große Zulauf in der kurzen Zeit. Die Gruppe hat jetzt fast 200 Mitglieder, darunter neben den Betroffenen auch Fachärzte und Physiotherapeuten, sowie Ernährungsexperten, Sportfachleute und Medizinjournalisten. Diese sorgen zusätzlich für die überwiegend gute Qualität der Beiträge. Sehr erstaunt hat uns die große Anzahl der sehr jungen Patienten, die ein künstliches Hüftgelenk erhalten haben oder kurz davor stehen. Es sind etwa 10 Personen unter 30 Jahren, davon sogar zwei unter 20! Hoffentlich ist dies kein Trend, sondern der oben erwähnten jüngeren Zielgruppe geschuldet.

Ebenfalls in dieser Gruppe ist eine ausführliche Diskussion um einen TV-Beitrag des NDR in der Sendung Visite. Darin wird behauptet, dass die Test- und Prüfkriterien für Implantate nicht mehr den heutigen Anforderungen genügen würden und in Anbetracht der heute aktiveren Patienten eigentlich nur wenige Jahre halten dürften.
Dazu haben wir wie schon so oft den Chefarzt der endogap – Klinik für Gelenkersatz Dr. Christian Fulghum befragt und folgende Antwort erhalten:
„Lieber Herr Herrchen,
bezüglich Ihrer Frage Prüfnormen/Belastungstests künstlicher Gelenke:
Es ist völlig korrekt, dass die derzeitigen offiziellen Prüfnormen unzureichend sind und den tatsächlichen Belastungsgrößen nicht entsprechen. Daher führen alle renommierten Hersteller wesentlich umfangreichere Tests und Belastungen durch, die weit über die bisherigen Prüfungen hinausgehen. Das tun sie allein schon aus Selbstschutz um sich vor eventuellen späteren Regressforderungen möglichst zu schützen, die heute zum Teil riesige Ausmaße annehmen können, besonders wenn die USA involviert sind. Trotzdem kommt es immer wieder einmal zu Problemen und Versagern. Allerdings sind diese viel seltener als früher geworden und stellen die absolute Ausnahme dar.
Heute wird von den renommierten Herstellern sehr aktiv an der Weiterentwicklung der Testnormen gearbeitet, sowohl was die Forschung auf diesem Gebiet angeht, als auch die Testmaschinen, die ja nicht den Laborzustand sondern möglichst die Bedingungen im Körper unter natürlichen Belastungen und in den verschiedensten Situationen simulieren sollen. Und das über viele, viele Jahre. Da ist man wirklich schon sehr weit und bei den „guten“ Firmen intensiv bemüht. Ich habe gerade wieder ein Testlabor bei der Firma Aesculap in Tuttlingen besucht, sowie Testeinrichtungen der Firmen DePuy und Zimmer in Leeds und Winterthur: Da wird intensiv und ernsthaft geforscht und entwickelt um die Implantate so haltbar wie möglich zu machen.
Ein zukünftiger Implantatträger sollte seinen Operateur fragen, wie lange es die geplante Prothese schon gibt, wie die Langzeiterfahrungen sind und, wenn es eine relative Neuentwicklung ist, ob sie sich auf bereits bewährte Prinzipien stützt und nur geringfügige Veränderungen zum bewährten Vormodell aufweist. Außerdem sollten die Firmen erfragt werden, die die Implantate herstellen. Diese sollten ja möglichst viele Jahre halten und wenn nach 20 Jahren ein eventueller Austausch ansteht, sollte es die Herstellerfirma auch noch geben …. das ist zwar nicht immer garantiert, aber die „Großen“ gibt’s dann hoffentlich wohl noch eher. So verfahren zumindest wir in der endogap bei der Implantatauswahl.
Bei aller gerechtfertigten Vorsicht nicht vergessen: Die Ergebnisse der Hüft- und Knieendoprothetik sind wirklich hervorragend und die weitaus meisten Patienten haben mit ihren Implantaten viele Jahre überhaupt keine Probleme.
Ich hoffe das hilft weiter.
Beste Grüße und schönes Wochenende aus Garmisch-Partenkirchen,
Christian Fulghum“

Hierzu passt übrigens auch die ebenfalls von der endogap mitinitiierte Kooperation endogroup. „Fünf auf dem Gebiet der Endoprothetik führenden Kliniken bilden endogroup. Durch die Kooperation soll ein Zugewinn in der Qualität und Sicherheit der Patientenversorgung, der Mitarbeiterzufriedenheit und der Organisation unserer Abteilungen erreicht werden.“, ist auf der Webseite zu lesen. Ein Besuch der Seite lohnt sich in jedem Fall, besonders die Rubrik Knowledge-Center. Dort werden Fachbegriffe von A-Z erklärt und Antworten zu den häufigsten Fragen liefert.

Neuer „Dr. TEP rät“-Beitrag zu den verschiedenen Hüft-OP-Zugängen

In unseren beiden Büchern haben einige wenige Patienten tatsächlich sowohl ein künstliches Hüft- als auch ein künstliches Kniegelenk – und leben sportlich aktiv damit. Einem unserer Knie-Patienten steht nun tatsächlich auch eine Hüft-OP bevor – und er informiert sich dazu nicht nur in unseren Büchern, sondern auch im Internet. Er stieß bei der Suche nach dem richtigen OP-Zugang auf die AMIS-Methode und fragte bei uns nach – und wir fragten beim Facharzt unseres Vertrauens nach, Dr. Christian Fulghum, Chefarzt der endogap-Klinik in Garmisch-Partenkirchen. Lesen Sie seine Antwort in unserer Rubrik „Dr. TEP rät“.

Inzwischen hat uns auch eine Patientin, die sehr zufrieden mit dieser OP-Methode ist, angeboten, dass wir Interessenten gern an sie verweisen können. Wer also dieses Angebot nutzen möchte, schreibe uns einfach eine e-mail; wir geben die Mail-Adresse der Patientin gern weiter. Sechs Monate nach der OP spielt sie übrigens wieder Tennis, macht Fitness, Yoga und gönnt sich alle 14 Tage Alexandertechnik.

 

Viele dankbare Leser – und erstes Laufevent von Knie-Patientin Claudia

Claudia glücklich im Ziel nach 5 km Power Walking
Knie-Patientin Claudia am Start des Craft Women`s Run.

Knie-Patientin Claudia am Start des Craft Women`s Run.

Viele Berufstätige klagen über e-mail-Fluten, die ihnen das Leben angeblich schwer machen. Wir Autoren, Heidi Rauch und Peter Herrchen, lieben e-mails, vor allem, wenn sie von dankbaren Leserinnen und Lesern kommen. Wir freuen uns wirklich sehr, wenn wir lesen, dass unser Buch Mut gemacht hat, dass wir helfen konnten. Und wir antworten auch gern und sofort. Vielen Dank für diese durchweg positive Resonanz! Außergewöhnlich viele Leserbriefe kamen auch auf Heidi Rauchs Beitrag im Panorama-Magazin des Deutschen Alpenvereins.

Unter Leserstimmen veröffentlichen wir einige dieser lobenden Worte – nach Zustimmung natürlich -, und bleiben oft weiterhin mit vielen Betroffenen in Kontakt. Spezielle Fragen reichen wir an „unsere“ Fachärzte weiter, die sich, wie z. B. Dr. Christian Fulghum in der endogap in Garmisch-Partenkirchen, sehr intensiv auch mit komplizierten Fällen auseinandersetzen und ausführlich Stellung nehmen. Vielen Dank dafür an dieser Stelle!

Claudia glücklich im Ziel nach 5 km Power Walking

Claudia glücklich im Ziel nach 5 km Power Walking

Wunderbar finden wir auch die positive Einstellung „unserer“ Knie-Patientin Claudia Groppler (S. 95 ff in unserem Mutmach-Ratgeber „Mut zum neuen Knie!“). Nicht nur, dass sie mit einem konsequenten Bewegungsprogramm über 15 Kilo abgenommen hat, sie hat auch am 13. September 2014 an ihrem allerersten Laufevent teilgenommen: 5 Kilometer walken beim brombeer-rosa Frauenlauf „Craft Women`s Run“ in München. Stolz schickt sie uns zwei Fotos und schreibt dazu, dass sie mit dem PowerWalking erst am 1. Juni 2014 begonnen hat. Respekt und Gratulation, liebe Claudia!

Expertengespräch bei der Intersana 2013 in Augsburg

Expertengespräch bei der Intersana 2013 in Augsburg am 27.10.2013

Zum Thema ‚Wenn die Hüfte schmerzt und das Knie knirscht. Neue Gelenke schaffen neue Lebensqualität! Aspekte der konservativen Arthrose-Behandlung.‚ findet Sonntags, den 27.10.2013, bei der Intersana in Augsburg von 11:00 – 12:00 Uhr ein Expertengespräch als offene Podiums-Diskussion statt. Neben Dr. Christian Fulghum, Chefarzt der endogap – Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen und Dr.med. Thomas Langer, Orthopäde und Sportmediziner aus Friedberg bei Augsburg, wird auch der Wiesbadener und Wahltegernseer Peter Herrchen als Patient, Läufer, Triathlet und Mitautor des Buches „Mut zur neuen Hüfte!“ und Betreiber des Blogs ‚Endoprothese und Sport‚ dem interessierten Publikum Rede und Antwort stehen und seine Erfahrungen mit 2 künstlichen Hüftgelenken (1997 und 2008) schildern.

Namensvetter für „Mut zum neuen Knie!“ getroffen

Wie klein doch die (Medien-)Welt ist! Da haben wir eine schöne Veröffentlichung über unser Buch „Mut zur neuen Hüfte!“ im Magazin „Treffpunkt 55plus“, Münchens Stadtmagazin für das beste Alter, und die Herausgeberin Carola Ostler schreibt mir, als sie hört, dass wir am Ratgeber „Mut zum neuen Knie!“ arbeiten, von ihrem Schwager. Dieser heißt nun auch noch wie ich, nämlich Rudi Rauch, wohnt im schönen Mittenwald und kennt, natürlich, möchte man fast sagen, auch unseren dort wohnenden Grafiker und Titelfotografen Hubert Hornsteiner (seine Geschichte ist nachzulesen auf S. 136 ff in „Mut zur neuen Hüfte!“ – zu bestellen hier im Online Shop!).

Am sonnigen Montag, 5. August, habe ich nun meinen Namensvetter auf der Gröbl Alm oberhalb von Mittenwald getroffen – und gleich noch mehr Gemeinsamkeiten entdeckt. So war der sportliche, damals 70-Jährige, nur wenige Monate nach mir, nämlich Ende 2011, in der Reha in Bad Heilbrunn, wo ich auch Hubert Hornsteiner kennengelernt habe. Wir aktiven Hüft-Patienten hätten sicher mit dem nicht minder aktiven Knie-Patienten Rudi eine fröhliche Krücken-Gruppe abgegeben.

Er hat zwar ein künstliches Kniegelenk, freute sich aber doch über das Hüft-Buch von Autorin Heidi Rauch: ihr Namensvetter Rudi Rauch, den sie auf der Gröbl Alm in Mittenwald traf.

Er hat zwar ein künstliches Kniegelenk, freute sich aber doch über das Hüft-Buch von Autorin Heidi Rauch: ihr Namensvetter Rudi Rauch, den sie auf der Gröbl Alm in Mittenwald traf.

Operiert wurde Rudi in der endogap-Klinik in Garmisch-Partenkirchen vom Team um Dr. Christian Fulghum, von dem auch Peter Herrchen seine zweite Hüft-TEP bekommen hat und der uns auch im Knie-Buch sein Fachwissen zur Verfügung stellt. Und so viel kann man jetzt schon verraten: Rudi ist super zufrieden, fährt jeden Morgen mit dem Mountainbike hoch zum Luttensee und geht dort schwimmen. Natürlich wollen wir von diesen Aktivitäten Fotos haben. Und wer könnte das besser fotografieren als Hubert, der mit seiner Frau Gabi als Model (wie beim Hüft-Buch) schon die ersten Titelfotos für „Mut zum neuen Knie!“ gemacht hat. Wir freuen uns, über so viele nette Menschen, die wir über unsere Buchprojekte kennenlernen! Die ganze spannende Geschichte über Rudi Rauch, den Fackelläufer vom Schmalensee bei den Olympischen Spielen 1972 in München, können Sie dann in unserem neuen Buch lesen!

OECD-Bericht: Wird in Deutschland zu viel operiert?

Dr. Christian Fulghum

OECD-Bericht: Wird in Deutschland zu viel operiert? – Bayerisches Fernsehen – Katharina Kerzdoerfer – 17.04.2013

Nachfolgend ein interessanter TV-Beitrag des Bayerischen Fernsehen, in dem sehr differenziert zu dem Thema Stellung genommen wird. Wie wir in unserem Buch, weisen verantwortungsvolle Ärzte darauf hin, dass die Operation immer nur das letzte Mittel ist, wenn alle anderen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Dies sieht auch Dr. Christian Fulghum (s. Foto), Chefarzt der endogap – Klinik für Gelenkersatz im Garmisch-Partenkirchen, der in dem Beitrag ausführlich zu Wort kommt, genauso. Seine Ansichten rund um den Gelenkersatz können Sie auch in unserem Buch ‚Mut zur neuen Hüfte!‚, sowie in diesem Artikel nachlesen.

Der TV-Beitrag steht in der BR-Mediathek nach einem Jahr nicht mehr zur Verfügung!