Tag Archiv für Triathlon

Sport mit künstlicher Hüfte – geht das?

In einem ausführlichen Interview im MedJournal des Wiesbadener Kuriers und Wiesbadener Tagblatts steht Peter Herrchen der Wissenschaftsjournalistin Teresa Koschwitz Rede und Antwort zum Thema Sport mit künstlichen Hüftgelenken. Das komplette Interview können Sie hier mit freundlicher Genehmigung des Medjournals, Wiesbadener Kurier und Wiesbadener Tagblatt, als PDF-Datein lesen.

Unsere erste englischsprachige Rezension bei Amazon ist sogleich die 18. “Fünf Sterne” Bewertung. Der Leser spricht von einem inspiring book.
“As someone who will have to undergo hip replacement surgery, I bought this book to obtain some background information. It is interesting as it is written by people who have had the operation themselves. They share their experiences and offer many suggestions and useful tips. Their positive experiences encourage others to take the plunge and go ahead with the surgery.”

Expertengespräch bei der Intersana 2013 in Augsburg

Expertengespräch bei der Intersana 2013 in Augsburg am 27.10.2013

Zum Thema ‘Wenn die Hüfte schmerzt und das Knie knirscht. Neue Gelenke schaffen neue Lebensqualität! Aspekte der konservativen Arthrose-Behandlung.‘ findet Sonntags, den 27.10.2013, bei der Intersana in Augsburg von 11:00 – 12:00 Uhr ein Expertengespräch als offene Podiums-Diskussion statt. Neben Dr. Christian Fulghum, Chefarzt der endogap – Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen und Dr.med. Thomas Langer, Orthopäde und Sportmediziner aus Friedberg bei Augsburg, wird auch der Wiesbadener und Wahltegernseer Peter Herrchen als Patient, Läufer, Triathlet und Mitautor des Buches “Mut zur neuen Hüfte!” und Betreiber des Blogs ‘Endoprothese und Sport‘ dem interessierten Publikum Rede und Antwort stehen und seine Erfahrungen mit 2 künstlichen Hüftgelenken (1997 und 2008) schildern.

Markus Wasmeier: 2. Hüft-TEP mit 49 Jahren

Als wir vor fast genau einem Jahr anfragten, ob Ex-Skistar Markus Wasmeier Zeit und Lust hätte, über seine positive Hüft-OP-Erfahrung in unserem Buch “Mut zur neuen Hüfte!” zu berichten, bekamen wir von seiner Assistentin die Antwort, dass er terminlich wg. seines Museums zu sehr eingespannt sei. Schade, dachte ich mir, und sah mir sein Schlierseer Bauernhofmuseum an, ohne ihn zu sprechen.

Kurz darauf konnten wir als Prominenten den Olympiasieger im Speerwerfen, Klaus Wolfermann, für unser Buch gewinnen, der gern bereit war über seine zwei Hüft-OPs zu sprechen (S. 206 ff im Buch). Anfang dieser Woche zierte Markus Wasmeier gleich die Titelseite der Münchner tz, da sein Operateur Dr. Robert Hube von der Münchner OCM-Klinik, ausführlich zu Hüft-OPs befragt wurde, die ja in letzter Zeit in der Diskussion sind, weil angeblich in Deutschland zu viel operiert wird (200.000 Hüft-OPs im Jahr). Wenn ich dazu befragt werde, wie jüngst im BR-Interview, kann ich nur sagen: Meine Wahrnehmung ist eine ganze andere. So eine große Operation lässt niemand machen, der nicht vorher enormen Leidensdruck hatte. Kein Operateur wird jemanden zu diesem Schritt überreden können, wenn er nicht wirklich nötig ist. Durchweg alle Hüft-TEP-Träger in unserem Buch “Mut zur neuen Hüfte!” haben hinterher übereinstimmend gesagt: “Warum habe ich nur so lange gewartet? Wenn ich gewusst hätte, wie gut es mir hinterher geht, hätte ich die Operation viel eher machen lassen.”

Markus Wasmeier hat seine erste künstliche Hüfte mit 46 Jahren, die zweite nun mit 49 Jahren bekommen. Die Ursache seiner Schmerzen, die ihn 17 Jahre lang (!) plagten, war ein Unfall auf der Skipiste. Zu Dr. Hube kam er übrigens wie unser Grafiker Hubert Hornsteiner, der auch seinen Erfahrungsbericht als extremer Skifahrer in “Mut zur neuen Hüfte!” beisteuert, über Dr. Ernst-Otto Münch, den Verbandsarzt des Deutschen Skiverbands (DSV). Hubert hat sich von Dr. Hubes Kollegen Dr. Michael Dienst, ebenfalls in der OCM-Klinik, operieren lassen (nachzulesen S. 136 ff in unserem Buch). Und unser Triathlet Heinz Meixner (S. 170 ff) war bei Dr. Christian Carl, der ebenfalls in der Münchner OCM-Klinik operiert.

Hubert Kirchlekar-Karwendel Dezember 2011

Hubert Kirchlekar-Karwendel Dezember 2011, 6 Monate nach seiner Hüft-OP

Angesichts der Ski-Erfahrungen von Hubert, der in diesem Winter 60 Ski- oder Skitourentage, vor allem als Freerider im Gelände, absolviert hat und zudem als Bergwachtler seine künstliche Hüfte schmerzfrei relativ großen Belastungen aussetzt, mutet es merkwürdig vorsichtig an, wenn Dr. Hube, einem topfitten Ski-Ass wie Markus Wasmeier davon abrät, die Streif wieder herunterzufahren – wg. der Stauchungsgefahr. Andererseits freut er sich, wenn sein Patient wenige Tage nach der OP schon ohne Krücken “100 Meter sprintet”.

Wir, Peter Herrchen und ich, können dazu nur sagen (auch, weil wir von Lesern unseres Buchs immer wieder gefragt werden): Nach unserer Erfahrung bringt es gar nichts, zu früh wieder ohne Gehhilfen zu gehen. Was sollen diese übermütigen “Erfolgsmeldungen”? Wozu? Lieber etwas länger mit der Vollbelastung warten (in der Regel sechs Wochen), sich täglich bewegen, die Muskeln konsequent aufbauen, stetige Dehnübungen machen, dann kann man seine Hüft-TEP umso mehr und länger belasten. Denn schließlich wollen wir in unserem Alter noch mindestens 25-30 Jahre mit unseren Titanhüften leben. Und zwar ohne Wechsel-OPs.

Heidi Rauch, 1. Mai 2013