Tag Archiv für Hubert Hornsteiner

Wieder Gipfelstürmer mit künstlichen Gelenken!

Artikel im DAV-Panaroma-Magazin 4/2014 – Heidi Rauch

DAV_4_2014„Klettern,Skifahren, Mountainbiken, Bergwandern – alles ist auch mit künstlichen Hüft-und Kniegelenken möglich.“ So beginnt ein dreiseitiger Artikel von Heidi Rauch im DAV-Panorama-Magazin 4/2014, August/September. Es handelt sich dabei um die Zeitschrift des Deutschen Alpenvereins mit 600.000 Auflage, die 6 mal jährlich erscheint! Entsprechend groß war dann auch die Resonanz auf diese Veröffentlichung mit drei Fotos aus unseren Büchern „Mut zur neuen Hüfte!“ und „Mut zum neuen Knie!“. Als Testimonials dienen unser Grafiker und Bergwachtler Hubert Hornsteiner mit einer künstlichen Hüfte (abgebildet beim Skifahren) und „Bergauf-bergab“-TV-Redakteur Michael Pause mit zwei künstlichen Knien (abgebildet als Gipfelstürmer mit zwei Stöcken).
Aufmacher-Foto ist eine Knie-Übung auf der Wiese vor der Kulisse des sommerlichen Chiemsees mit Autorin Heidi Rauch und Manualtherapeutin Birgit Ferber-Busse.

Heidi Rauch und Birgit Ferber-Busse

Heidi Rauch und Birgit Ferber-Busse

Die ersten beiden Reaktionen kamen von Lesern, die eine Großkopf-Metall-auf-Metall-Hüftprothese haben und beunruhigt waren über den Satz, dass diese inzwischen vom Markt genommen wurden, da sie durch den Abrieb gefährliche Kobalt-Konzentrationen verursacht haben. Wir konnten beide beruhigen, denn nicht alle Hersteller sind davon betroffen. Peter Herrchen etwa hat zwar keine Großkopf-Prothese aber ebenfalls eine der Firma Zimmer mit Metall-auf-Metall aus einer späteren, völlig einwandfreien Serie und ist absolut beschwerdefrei. Was wir im Artikel vermieden haben, die Nennung von Firmen, können wir hier nachholen:
Es handelt sich um das Durom Metasul Implantat der Firma Zimmer, gegen das unser Patient Hartmut Tiemann in seinem Erfahrungsbericht in „Mut zur neuen Hüfte!“ (S. 218-227) zusammen mit anderen Betroffenen zu Felde gezogen ist. Siehe auch Selbsthilfegruppe für schadhafte Hüftprothesen. Er selbst ist weiterhin zufrieden damit, auch wenn immer wieder schwankende Kobaltwerte in seinem Blut gemessen werden. Darüber berichtet er in unserem Buch „Mut zum neuen Knie!“ auf den Seiten 86-94. Nach einem Beitrag in der ARD-Sendung „Monitor“ am 2. April 2012 über die Durom-Hüftproblematik firmiert diese fälschlich zugelassene Prothese unter enttäuschten Betroffenen als „Durom-Schrottprothese“.

Michael Pause

„Bergauf-bergab“-TV-Redakteur Michael Pause

Eine zweite vom Markt genommene Großkopf-Prothese stammt vom amerikanischen Hersteller DePuy. Dazu gibt es auf Wikipedia aber folgenden Eintrag: „Im Oktober 2010 rief DePuy das ASR XL Hüftpfannen- und Hüft-Oberflächenersatzsystem zurück. Im März 2012 erschien bei The Lancet eine Studie, nach der die Revisionsrate von großen Metall-auf-Metall-Prothesen (52 mm Köpfe) nach fünf Jahren mit 5,1 % (bei 60-jährigen Männern) mehr als doppelt so hoch sei wie bei anderen Prothesen mit 2 % (40 mm Köpfe, 60-jährige Männer). Darin wird empfohlen, Metall-auf-Metall-Prothesen nicht zu verwenden. Auch im Jahr 2013 musste Depuy Synthes eine weitere Hüftendoprothese vom Markt nehmen, da es gehäuft zu vorzeitigen Revisionen gekommen ist. Zurückgerufen wird die Adept 12/14 Modular Head Komponente für einen Totalhüftgelenkersatz.“
Danach erreichte uns Lob von fachlicher Seite. Stellvertretend hier Auszüge aus Reaktionen von zwei Orthopäden: „Mit großem Interesse und großer Freude habe ich Ihren o.g. Artikel „Fit mit künstlichen Gelenken“ gelesen. Mein Kompliment für Ihre sehr kompetenten und treffenden Ausführungen und Ratschläge, die ich gerne meinen Patienten zum Lesen empfehle.“
Und Dr. med. Jürgen Eichhorn schrieb: „Als Facharzt für Unfallchirurgie und Orthopädie möchte ich Sie für Ihren gelungenen Artikel loben. Er ist fachlich korrekt, stellt die heutigen medizinischen Möglichkeiten klar heraus ohne die – wenn auch seltenen – Komplikationsmöglichkeiten zu verschweigen. Solche Artikel sind notwendig (…) Anders als z. B. bei den Knie-stressenden Ballsportarten ist der Bergsport nach solchen Eingriffen nicht nur möglich sondern kann aus meiner Sicht ausdrücklich empfohlen werden.“ Den Original-Leserbrief können Sie mit freundlicher Genehmigung von Dr. Eichhorn hier einsehen.
Herzlichen Dank an dieser Stelle für diese Zuschriften!

Hubert Hornsteiner

Hubert Hornsteiner

Wer übrigens gerne in den Bergen unterwegs ist, egal ob zu Fuß, mit dem Mountainbike auf Skiern oder auf dem Wasser, egal ob im Sommer oder im Winter, dem ist eine Mitgliedschaft im Deutschen Alpenverein (DAV) sehr zu empfehlen. Peter Herrchen hat sich mit seiner Gattin auch vor Kurzem spontan für eine Mitgliedschaft in der Sektion Tegernsee entschieden. Der Jahresbeitrag ist mit 49,00 EUR für einen Erwachsenen und 76,00 EUR für ein Ehepaar wirklich gut angelegt. Neben der frei Haus Lieferung des Magazins Panorama mit schönen Tourenvorschlägen und wertvollen Tipps sechs mal pro Jahr bietet diese Mitgliedschaft eine zusätzliche Versicherung bei allen Aktivitäten in den Bergen, egal ob zu Wasser, zu Lande, im Sommer oder im Winter, sowie Vergünstigungen auf über 2000 Alpenvereinshütten. Außerdem werden in jeder Sektion organisierte Freizeit-Aktivitäten und Kurse in den Bergen angeboten. Ausführliche Informationen finden Sie auf den entsprechenden Seiten des DAV.

SkiReha Tegernsee-Schliersee: 15.-21. März, u. a. mit Buchautorin Heidi Rauch

Mit Hüft- oder Knie-TEP wieder auf den Pisten unterwegs

15.-21. März 2014 erstmals „SkiReha“ am Tegernsee-Schliersee

Hubert und Sieglinde tun es, Michael und Erika ebenfalls – das sind nur vier Betroffene aus den beiden Mutmach-Ratgebern „Mut zur neuen Hüfte!“ und „Mut zum neuen Knie!“, die mit ihren künstlichen Gelenken wieder Ski fahren. Damit auch andere TEP-Träger sich wieder auf die Pisten trauen, bietet die Alpenregion Tegernsee-Schliersee vom 15. bis 21. März 2014 erstmals eine professionell betreute Ski-Woche an.

Hubert Hornsteiner, Titelfotograf von "Mut zur neuen Hüfte!" und "Mut zum neuen Knie!" fährt mit Hüft-TEP längst wieder im Tiefschnee.

Hubert Hornsteiner, Titelfotograf von „Mut zur neuen Hüfte!“ und „Mut zum neuen Knie!“ fährt mit Hüft-TEP längst wieder im Tiefschnee.

Ein Expertenteam aus Ärzten, Physiotherapeuten und speziell geschulten Skilehrern betreut die kleine Gruppe, die nach einer Hüft- oder Knie-OP beim Wiedereinstieg in den Schnee auf Nummer Sicher gehen will. Mit dabei ist auch Buchautorin Heidi Rauch, die mit ihren beiden künstlichen Hüftgelenken längst wieder Ski fährt. Nach zwei Alpin-Tagen im Skigebiet Spitzingsee geht es auch auf die Loipe nach Kreuth ins Tegernseer Tal.

Check-up, Fitnesstraining und Schonskilauf

Ideengeber ist der leitende Verbandsarzt Ski Alpin des DSV (Deutscher Skiverband), Dr. med. Hubert Hörterer, der die Patienten einem ersten Check-up unterzieht. Zum Programm gehört eine theoretische Schulung zum Thema Schonskilauf ebenso wie Fitnesstraining in der Vitalwelt Schliersee. Zur Entspannung geht es in die Saunawelt der Vitaltherme oder zur Naturkäserei Tegernseer Land e.G.

Michael Pause, TV-Journalist, fährt mit seiner Knie-TEP sowohl Alpinski als auch Langlauf.

Michael Pause, TV-Journalist, fährt mit seiner Knie-TEP sowohl Alpinski als auch Langlauf.

 

Das 7-Tages-Paket „Zurück zum Sport – SkiReha“ kostet ab 799 Euro pro Person zuzüglich Übernachtung und Verpflegung. Es kann ab sofort gebucht werden über den Tourismusverband Alpenregion Tegernsee Schliersee e.V., Tel. 08022/9273890 oder unter www.tegernsee-schliersee.de.

 

 

 

Markus Wasmeier: 2. Hüft-TEP mit 49 Jahren

Als wir vor fast genau einem Jahr anfragten, ob Ex-Skistar Markus Wasmeier Zeit und Lust hätte, über seine positive Hüft-OP-Erfahrung in unserem Buch „Mut zur neuen Hüfte!“ zu berichten, bekamen wir von seiner Assistentin die Antwort, dass er terminlich wg. seines Museums zu sehr eingespannt sei. Schade, dachte ich mir, und sah mir sein Schlierseer Bauernhofmuseum an, ohne ihn zu sprechen.

Kurz darauf konnten wir als Prominenten den Olympiasieger im Speerwerfen, Klaus Wolfermann, für unser Buch gewinnen, der gern bereit war über seine zwei Hüft-OPs zu sprechen (S. 206 ff im Buch). Anfang dieser Woche zierte Markus Wasmeier gleich die Titelseite der Münchner tz, da sein Operateur Dr. Robert Hube von der Münchner OCM-Klinik, ausführlich zu Hüft-OPs befragt wurde, die ja in letzter Zeit in der Diskussion sind, weil angeblich in Deutschland zu viel operiert wird (200.000 Hüft-OPs im Jahr). Wenn ich dazu befragt werde, wie jüngst im BR-Interview, kann ich nur sagen: Meine Wahrnehmung ist eine ganze andere. So eine große Operation lässt niemand machen, der nicht vorher enormen Leidensdruck hatte. Kein Operateur wird jemanden zu diesem Schritt überreden können, wenn er nicht wirklich nötig ist. Durchweg alle Hüft-TEP-Träger in unserem Buch „Mut zur neuen Hüfte!“ haben hinterher übereinstimmend gesagt: „Warum habe ich nur so lange gewartet? Wenn ich gewusst hätte, wie gut es mir hinterher geht, hätte ich die Operation viel eher machen lassen.“

Markus Wasmeier hat seine erste künstliche Hüfte mit 46 Jahren, die zweite nun mit 49 Jahren bekommen. Die Ursache seiner Schmerzen, die ihn 17 Jahre lang (!) plagten, war ein Unfall auf der Skipiste. Zu Dr. Hube kam er übrigens wie unser Grafiker Hubert Hornsteiner, der auch seinen Erfahrungsbericht als extremer Skifahrer in „Mut zur neuen Hüfte!“ beisteuert, über Dr. Ernst-Otto Münch, den Verbandsarzt des Deutschen Skiverbands (DSV). Hubert hat sich von Dr. Hubes Kollegen Dr. Michael Dienst, ebenfalls in der OCM-Klinik, operieren lassen (nachzulesen S. 136 ff in unserem Buch). Und unser Triathlet Heinz Meixner (S. 170 ff) war bei Dr. Christian Carl, der ebenfalls in der Münchner OCM-Klinik operiert.

Hubert Kirchlekar-Karwendel Dezember 2011

Hubert Kirchlekar-Karwendel Dezember 2011, 6 Monate nach seiner Hüft-OP

Angesichts der Ski-Erfahrungen von Hubert, der in diesem Winter 60 Ski- oder Skitourentage, vor allem als Freerider im Gelände, absolviert hat und zudem als Bergwachtler seine künstliche Hüfte schmerzfrei relativ großen Belastungen aussetzt, mutet es merkwürdig vorsichtig an, wenn Dr. Hube, einem topfitten Ski-Ass wie Markus Wasmeier davon abrät, die Streif wieder herunterzufahren – wg. der Stauchungsgefahr. Andererseits freut er sich, wenn sein Patient wenige Tage nach der OP schon ohne Krücken „100 Meter sprintet“.

Wir, Peter Herrchen und ich, können dazu nur sagen (auch, weil wir von Lesern unseres Buchs immer wieder gefragt werden): Nach unserer Erfahrung bringt es gar nichts, zu früh wieder ohne Gehhilfen zu gehen. Was sollen diese übermütigen „Erfolgsmeldungen“? Wozu? Lieber etwas länger mit der Vollbelastung warten (in der Regel sechs Wochen), sich täglich bewegen, die Muskeln konsequent aufbauen, stetige Dehnübungen machen, dann kann man seine Hüft-TEP umso mehr und länger belasten. Denn schließlich wollen wir in unserem Alter noch mindestens 25-30 Jahre mit unseren Titanhüften leben. Und zwar ohne Wechsel-OPs.

Heidi Rauch, 1. Mai 2013