Tag Archiv für Skitage

Gipfeltreffen – Heidi Rauch & Michael Pause beim Skifahren

TV-Journalist Michael Pause ist der einzige Knie-TEP-Träger im Buch “Mut zum neuen Knie!”, der seinen Erfahrungsbericht selbst geschrieben hat: humorig, selbstironisch, Mut machend. Witzigerweise stellten Autorin Heidi Rauch und der “Bergauf-bergab”-Redakteur Michael Pause fest, dass sie beide dereinst auf der Deutschen Journalistenschule in München waren – und dass der im Knie-Buch ebenfalls zu Wort kommende Rochus Reiter (S. 70 ff) zu noch früheren Zeiten der Ausbilder von Michi Pause war! So klein ist die Welt…

Michael Pause auf dem Roßkopf in seinem Bergsteiger-Element, Heidi Rauch mit Ski-Helm dahinter.

Michael Pause auf dem Roßkopf in seinem Bergsteiger-Element, Heidi Rauch mit Ski-Helm dahinter.

Nun traten die beiden erstmals öffentlich auf, um über ihre TEP-Erfahrungen vor Journalisten aus Berlin und München zu berichten: Heidi über ihre gelungenen Doppel-Hüft-TEP-OPs, Michael über seine erlösende Knie-TEP-OP (S. 143 ff) – alle drei im Jahr 2011. Anlass war die offizielle Pressekonferenz zur Einführung des SkiReha-Programms des Tourismusverbands Alpenregion Tegernsee Schliersee. Am nächsten Tag durften die beiden auch noch ihre Ski-Künste zeigen: Michael, der Individual-Tourengeher, konnte sein Schnellfahr-Temperament auf den Pisten nur schwer zügeln und blühte erst auf, als er Flachland-Tirolerin Heidi überredet hatte, mit Skischuhen auf den 1.580 Meter hohen Roßkopf-Gipfel zu steigen. Das Ergebnis sieht man hier und kann es auch nachlesen auf Heidis Titanhüften-Blog.

Markus Wasmeier: 2. Hüft-TEP mit 49 Jahren

Als wir vor fast genau einem Jahr anfragten, ob Ex-Skistar Markus Wasmeier Zeit und Lust hätte, über seine positive Hüft-OP-Erfahrung in unserem Buch “Mut zur neuen Hüfte!” zu berichten, bekamen wir von seiner Assistentin die Antwort, dass er terminlich wg. seines Museums zu sehr eingespannt sei. Schade, dachte ich mir, und sah mir sein Schlierseer Bauernhofmuseum an, ohne ihn zu sprechen.

Kurz darauf konnten wir als Prominenten den Olympiasieger im Speerwerfen, Klaus Wolfermann, für unser Buch gewinnen, der gern bereit war über seine zwei Hüft-OPs zu sprechen (S. 206 ff im Buch). Anfang dieser Woche zierte Markus Wasmeier gleich die Titelseite der Münchner tz, da sein Operateur Dr. Robert Hube von der Münchner OCM-Klinik, ausführlich zu Hüft-OPs befragt wurde, die ja in letzter Zeit in der Diskussion sind, weil angeblich in Deutschland zu viel operiert wird (200.000 Hüft-OPs im Jahr). Wenn ich dazu befragt werde, wie jüngst im BR-Interview, kann ich nur sagen: Meine Wahrnehmung ist eine ganze andere. So eine große Operation lässt niemand machen, der nicht vorher enormen Leidensdruck hatte. Kein Operateur wird jemanden zu diesem Schritt überreden können, wenn er nicht wirklich nötig ist. Durchweg alle Hüft-TEP-Träger in unserem Buch “Mut zur neuen Hüfte!” haben hinterher übereinstimmend gesagt: “Warum habe ich nur so lange gewartet? Wenn ich gewusst hätte, wie gut es mir hinterher geht, hätte ich die Operation viel eher machen lassen.”

Markus Wasmeier hat seine erste künstliche Hüfte mit 46 Jahren, die zweite nun mit 49 Jahren bekommen. Die Ursache seiner Schmerzen, die ihn 17 Jahre lang (!) plagten, war ein Unfall auf der Skipiste. Zu Dr. Hube kam er übrigens wie unser Grafiker Hubert Hornsteiner, der auch seinen Erfahrungsbericht als extremer Skifahrer in “Mut zur neuen Hüfte!” beisteuert, über Dr. Ernst-Otto Münch, den Verbandsarzt des Deutschen Skiverbands (DSV). Hubert hat sich von Dr. Hubes Kollegen Dr. Michael Dienst, ebenfalls in der OCM-Klinik, operieren lassen (nachzulesen S. 136 ff in unserem Buch). Und unser Triathlet Heinz Meixner (S. 170 ff) war bei Dr. Christian Carl, der ebenfalls in der Münchner OCM-Klinik operiert.

Hubert Kirchlekar-Karwendel Dezember 2011

Hubert Kirchlekar-Karwendel Dezember 2011, 6 Monate nach seiner Hüft-OP

Angesichts der Ski-Erfahrungen von Hubert, der in diesem Winter 60 Ski- oder Skitourentage, vor allem als Freerider im Gelände, absolviert hat und zudem als Bergwachtler seine künstliche Hüfte schmerzfrei relativ großen Belastungen aussetzt, mutet es merkwürdig vorsichtig an, wenn Dr. Hube, einem topfitten Ski-Ass wie Markus Wasmeier davon abrät, die Streif wieder herunterzufahren – wg. der Stauchungsgefahr. Andererseits freut er sich, wenn sein Patient wenige Tage nach der OP schon ohne Krücken “100 Meter sprintet”.

Wir, Peter Herrchen und ich, können dazu nur sagen (auch, weil wir von Lesern unseres Buchs immer wieder gefragt werden): Nach unserer Erfahrung bringt es gar nichts, zu früh wieder ohne Gehhilfen zu gehen. Was sollen diese übermütigen “Erfolgsmeldungen”? Wozu? Lieber etwas länger mit der Vollbelastung warten (in der Regel sechs Wochen), sich täglich bewegen, die Muskeln konsequent aufbauen, stetige Dehnübungen machen, dann kann man seine Hüft-TEP umso mehr und länger belasten. Denn schließlich wollen wir in unserem Alter noch mindestens 25-30 Jahre mit unseren Titanhüften leben. Und zwar ohne Wechsel-OPs.

Heidi Rauch, 1. Mai 2013