Sind Innenrotationen nach Hüft-TEP erlaubt?

Das haben wir nach einem TV Beitrag von NDR-Visite, in dem es um einen Taekwon-Do Lehrer ging, der nach einer künstlichen Hüfte weiter unterrichten wollte, Dr. Christian Fulghum, Chefarzt der endogap in Garmisch-Partenkirchen gefragt, der selbst diesen Sport viele Jahr ausgeübt hat.
Hier seine Antwort zum Taewon-Do und Rotationen:

Rotationen, besonders in Beugung sind, egal ob Außen- oder Innenrotation, immer ein kleiner Schwachpunkt in der Hüftendoprothetik. Das liegt an der Geometrie und der Tatsache, dass beim Ersatz keine haltende zentrale Bandfunktion hergestellt werden kann, wie sie bei der ursprünglichen, natürlichen Hüfte besteht. Das „Auskugeln“ ist also beim Kunstgelenk immer etwas wahrscheinlicher als bei der normalen Hüfte.

Im Alltag passiert das äußerst selten. Bei forcierten, kraftvollen Bewegungen, besonders mit fixiertem Bein z.B., sieht das etwas anders aus. Im Gegensatz zum Karate ist bei Taekwon-do (ich habe diesen Sport selbst viele Jahre ausgeübt) die Beinarbeit sehr wichtig und Drehsprünge und Drehkicks sind daher nicht ganz unproblematisch, was die Luxation angeht.

Hier sollte man mit Augenmaß vorgehen (wie immer): Taekwon-do ist grundsätzlich erlaubt, Drehsprünge und Drehkicks würde ich unterlassen. Wir haben vor einigen Jahren einen Deutschen Meister operiert, der danach noch Jahre sehr engagiert weiter trainiert und agiert hat.