Sex mit TEP

Wann und wie ist Sex nach einer Hüft-OP wieder möglich? Diese Frage stellen vor allem Frauen, denn die Männer müssen ja in der Regel keine Spreizbewegung machen. In meinem Titanhüften-Blog habe ich dazu geschrieben:

„Ebenso unvermeidlich: der Verzicht auf Sex für knapp sechs Wochen. Einer meiner Mitpatienten in Bad Heilbrunn fuhr am zweiten Wochenende in der Reha nach Hause und erzählte ganz freudig, dass Sex problemlos möglich war. Ja klar, als Mann schon. Als Frau dauert die Enthaltsamkeit etwas länger. Schließlich müssen wir doch eine erhebliche Spreizbewegung ausführen. Schon vor der OP war Sex nur noch relativ vorsichtig möglich. Daher ahnte ich schon, dass eine funktionierende Hüfte hier zu einem quasi verjüngenden Lustschub führen könnte. Aber bei den ersten Versuchen, sollte man sich buchstäblich vorsichtig herantasten an die neu gewonnenen Möglichkeiten…“

Mein Operateur Dr. Jürgen Radke sagt zu diesem Thema Folgendes:

„Wenn das künstliche Hüftgelenk voll belastbar und das Gehen ohne Hinken möglich ist, gehe ich, bei regelrechtem Sitz der Implantate (Röntgen-Bild), von einer stabilen Gelenksituation aus. Dann: Viel Spaß beim Sex! Diese Formulierung ist hoffentlich nicht zu sexistisch.“

Ich kann aus meiner eigenen Erfahrung nur allen betroffenen Frauen raten: Machen Sie es zunächst ganz vorsichtig wie die Igel. Trainieren Sie Ihre verkürzten Bänder und Sehnen bei „Trockenübungen“, etwa im Schneidersitz. Langsam natürlich. Dann empfehle ich, oben zu liegen, weil dann kein zusätzliches Gewicht auf dem operierten Gelenk liegt. Und sprechen Sie mit Ihrem Partner über Ihre möglichen Bedenken, probieren Sie einfach ein bisschen herum. Unter Umständen entdecken Sie ganz neue Möglichkeiten…

Nachtrag: Inzwischen hat mir eine TEP-Freundin aus der Medical Park Klinik Bernau-Felden am Chiemsee einen Leitfaden gemailt, in dem auch eine Seite dem Thema „Sexuelle Betätigung“ gewidmet ist, sogar mit Zeichnungen – jeweils für die operierte Frau und den operierten Mann. Also: Der Mann liegt immer unten oder sitzt. Die operierte Frau darf variabler sein – Rückenlage, Bauch-Knielage mit Kissen drunter, Rücken-Seitlage, stehend aufgestützt vor dem Mann. Ich zitiere hier die grundsätzlichen drei Regeln:

1) Nutzen Sie Unterstützungsmöglichkeiten durch die Matratze im Liegen, durch eine Wand, einen Schrank oder Tisch im Stand.

2) Legen Sie in der Seitenlage z. B. eine gefaltete Decke zwischen die Knie.

3) Und wie gesagt: Nur vorsichtige Bewegungen machen.

Leider dürfen wir die Zeichnungen nicht veröffentlichen. Aber wir fragen mal bei anderen Kliniken, die den Patienten auch so etwas mit auf den Weg geben. Auf jeden Fall geht alles wieder!

Ein Kommentar

  1. […] auch im Buch das Thema angesprochen. Aber tatsächlich nicht sehr ausführlich. Das haben wir nun an dieser Stelle […]

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