Mut zur Revisions-OP – Herausforderung und Chance zugleich

Chefarzt Dr. Christian Fulghum (endogap) mit Peter (auch wieder stehend) eine Woche nach der OP

Wenn in unseren beiden Büchern von „Mut zur neuen Hüfte!“ und „Mut zum neuen Knie!“ die Rede ist, denken alle meist nur an eine Erstimplantation des neuen Gelenkes. Allerdings gewinnt das Thema „Austausch des Gelenkes“ (Fachbegriff Revision) immer mehr an Bedeutung angesichts der ca. 400.000 operativen Erstversorgungen mit einem Gelenkersatz Hüfte oder Knie pro Jahr. Und natürlich haben die Patienten, die vor einer Erstoperation stehen, Ängste und Fragen in Bezug auf die Haltbarkeit der Implantate. Die gute Nachricht ist, dass durch besseres Material und modernere OP-Methoden das künstliche Gelenk statistisch immer längere Standzeiten hat. Allerdings werden, nicht zuletzt aus diesem Grund, auch immer jüngeren Patienten künstliche Gelenke eingesetzt, die dann naturgemäß bei 40- bis 50-Jährigen intensiver beansprucht werden als bei Patienten jenseits der 70 Jahre. Somit werden die Revisions-Eingriffe jedes Jahr weiter ansteigen.

Diese stellen eine besondere Herausforderung für Ärzte wie Betroffene dar, je nach Art der notwendigen Revision. Haben sich „nur“ die Gleitpaarungen über die Jahre abgenutzt und Schaft sowie Pfanne sind noch perfekt verankert, so werden auch nur die Gleitpaarungen gewechselt. Salopp wird hier oft von einem „Reifenwechsel“ gesprochen, was natürlich der Schwere des Eingriffs nicht gerecht wird. Haben sich dagegen der Hüft-Schaft und/oder die Pfanne gelockert, muss alles ausgetauscht werden. Sind dabei die Komponenten noch einzementiert, wie das vor ca. 20 Jahren bei Hüft-TEPs noch die Regel war, wird es ungleich schwieriger. Beim Schaft ist es meist notwendig, den Oberschenkel-Knochen seitlich aufzuschneiden, um den alten Zement komplett entfernen zu können. Mein „unfreiwilliger Selbstversuch“ von der OP bis zur vollständigen Wiederherstellung ist als Tagebuch, aus dem ein sehr persönliches „Jahresbuch“ geworden ist, hier nachzulesen.
Noch wichtiger, als bei einer Erst-OP sind die Erfahrung und Kompetenzen der Klinik bzw. des OP-Teams. Nur mit einem Operateur, der viele komplizierte Wechsel-OPs erfolgreich durchgeführt hat, hat der Betroffene eine sehr hohe Chance, dass die OP perfekt gelingt und die Genesung optimal verläuft. Eine echte Alternative zur Wechsel-OP gibt es ohnehin nicht. Nicht operieren heißt für die Betroffenen: dauerhafte Schmerzen, mittelfristig Komplettversagen des Implantats und langfristig Rollstuhl.
„Mut zur Revision“ bedeutet zwingend, sich vorher gut zu informieren und vorzubereiten und nach der OP hart, aber mit Augenmaß an sich zu arbeiten – ohne dabei die Ratschläge von erfahrenen Ärzten und Physiotherapeuten zu missachten. Viel hilft in diesem Fall nicht immer viel.

Peter mit Markus Roßmann vor dessen neuen Räumlichkeiten in Bad Wiessee am Tegernsee

Eine sehr gute Möglichkeit neben Reha, Physiotherapie und eigenem Training wieder schnell auf die Beine zu kommen und Dysbalancen, wie sie durch den operativen Eingriff entstanden sind, auszugleichen, sind Rolfing und Faszientraining bzw. Faszienbehandlungen – auch Gangschule gehört dazu. Anfang April hatte ich die Gelegenheit, den Dipl.-Sportl.Univ., Fazienexperten und Certified Rolfer TM Markus Roßmann in seiner neuen und meiner Zweit-Heimat am Tegernsee zu besuchen und unter dem Slogan „TEPFIT trifft Faszie“ zu o. g. Themen ein knapp 10-minütiges Interview mit ihm zu führen. Zu sehen und zu hören ist es natürlich auf unserem eigenen YouTube-Kanal. Wer diesen noch nicht abonniert hat, sollte das am besten gleich nachholen, um keine neuen Beiträge zu verpassen.

 

 

Kommentar verfassen